Laufrichtungdas Reifenmagazin

Reifenkosten-Rechner

Der Reifenkosten-Rechner stellt Sommer- und Winterreifen einem Ganzjahressatz gegenüber und zählt mit, was später auf der Rechnung auftaucht. Du gibst Preise und Kilometer ein und siehst auf einen Blick, was dich fünf Jahre Reifen wirklich kosten.

Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.

Neulich legte ein Kunde bei Tobias Rehm in Leipzig zwei Angebote auf den Tresen: vier Winterreifen für 380 Euro, ein Ganzjahressatz für 400 Euro. Welcher ist billiger? „Das weiß ich erst, wenn ich weiß, wie viel du fährst“, sagte der Kfz-Techniker. Genau diese Rückfrage steckt in unserem Rechner. Er beantwortet sie für alle drei Reifenarten und zählt die Posten mit, die auf dem Preisschild fehlen.

Reifenkosten-Rechner: fünf Jahre im Vergleich

Trag deine Kilometer und die Preise für deine Größe ein. Der Rechner vergleicht zwei Sätze mit einem Ganzjahressatz über fünf Jahre.

Was der Reifenkosten-Rechner annimmt

Der Reifenkosten-Rechner startet mit Pauschalwerten der Redaktion, Stand Oktober 2026. Sie sind bewusst vorsichtig gewählt. Sobald du ein echtes Angebot in der Hand hast, überschreibst du jeden Wert einzeln.

Annahme Standardwert
Laufleistung Sommerreifen 40.000 km
Laufleistung Winterreifen 35.000 km
Laufleistung Ganzjahresreifen 32.000 km
Tausch spätestens nach 6 Jahren
Montage 25 Euro pro Reifen
Radwechsel in der Werkstatt 35 Euro pro Wechsel
Einlagerung 60 Euro pro Saison

Winterreifen laufen auf weicherer Gummimischung und sind früher durch. Ganzjahresreifen laufen zwölf Monate im Jahr und liegen darunter. Die sechs Jahre sind eine vorsichtige Rechengrenze, kein Gesetz. Gummi altert auch im Keller.

Rechenweg und zwei Beispiele

Ein Satz kostet vier Reifen plus Montage. Diese Summe teilt der Rechner durch die Jahre, die der Satz hält. Die Jahre ergeben sich aus der Laufleistung geteilt durch deine Jahreskilometer, gedeckelt bei sechs. Fährst du je ein halbes Jahr auf Sommer- und Winterreifen, teilen sich beide Sätze die Strecke, ein Ganzjahressatz trägt sie allein. Dazu kommen zweimal Radwechsel und zweimal Lager im Jahr, beim Ganzjahressatz null.

Von Hand gerechnet, Größe 205/55 R16, Beispielpreise 85 Euro (Sommer), 95 Euro (Winter) und 100 Euro (Ganzjahr) pro Reifen, gerundet:

Fahrleistung Variante Pro Jahr In 5 Jahren
15.000 km Zwei Sätze, selbst gewechselt, Keller 185 Euro 927 Euro
15.000 km Zwei Sätze, Werkstatt und Lager 375 Euro 1.877 Euro
15.000 km Ganzjahr 234 Euro 1.172 Euro
8.000 km Zwei Sätze, selbst gewechselt, Keller 153 Euro 767 Euro
8.000 km Zwei Sätze, Werkstatt und Lager 343 Euro 1.717 Euro
8.000 km Ganzjahr 125 Euro 625 Euro

Das Muster überrascht. Bei 15.000 km schluckt ein Ganzjahressatz die gesamte Strecke und ist nach gut zwei Jahren durch, zwei Sätze halten gut doppelt so lange. Bei 8.000 km kippt es: Dann bremst das Alter, und beide Sätze müssen nach sechs Jahren runter, obwohl noch Profil drauf ist. Ich würde dort zum Ganzjahressatz greifen, sofern das Alpine-Symbol auf der Flanke steht. Bei 15.000 km und eigener Garage bleibe ich bei zwei Sätzen.

„Bei Ganzjahresreifen zahlst du nicht weniger Gummi, du zahlst weniger Wechsel.“

Tobias Rehm, Kfz-Techniker und Reifenfachverkäufer

Wo der Reifenkosten-Rechner Geld findet

Der größte Hebel steckt selten im Reifenpreis, sondern in den Posten drumherum. Radwechsel (2 mal 35 Euro) und Lager (2 mal 60 Euro) summieren sich in unserer Annahme auf 190 Euro im Jahr.

  • Selbst wechseln spart 70 Euro. Du brauchst Wagenheber und Drehmomentschlüssel, nach 50 bis 100 km ziehst du die Muttern nach.
  • Zu Hause lagern spart 120 Euro. Die Einlagerung in der Werkstatt ist bequem, ein trockener Kellerplatz kostet nichts.
  • Komplettpreise vergleichen: Manche Angebote enthalten Wuchten und Altreifenentsorgung, andere nicht. Wie das beim Kauf aussieht, steht bei Reifen online oder in der Werkstatt kaufen.

Welche Preise in deiner Größe realistisch sind, steht bei Reifen kosten. Tobias rät davon ab, Ganzjahresreifen allein nach dem niedrigsten Preis zu wählen: Ein Satz, der nach zwei Jahren durch ist, war nie billig. Welche Reifen in dein Auto gehören, entscheidet der Rechner nicht. Er zeigt, was die Entscheidung kostet.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • § 2 Abs. 3a StVO (situative Winterreifenpflicht)
  • Verordnung (EU) 2020/740 (Reifenlabel)
  • Pauschalannahmen der Redaktion, Stand Oktober 2026