Ventil
Das Ventil sitzt in der Felge und lässt Luft nur in eine Richtung in den Reifen. Gummiventile werden in die Bohrung gezogen, Metallventile verschraubt, und beide altern.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
Bei Tobias Rehm landet jeder ausgetauschte Ventilfuß in einer Kiste. Die rissigen Füße zeigen ihm, wie lange ein Satz hält, und der Blick in die Kiste ist ernüchternd.
Gummiventil oder Metallventil
Gummiventile werden von innen in die Felgenbohrung gezogen, Metallventile verschraubt. Bei Rädern mit direktem RDKS sitzt der Sensor meist am Metallventil. Im Inneren steckt der Ventileinsatz, auch Ventilkern genannt, den du mit dem Ventilausdreher wechselst. Das Autoventil heißt in der Fachsprache Schrader-Ventil, dasselbe System findest du an vielen Fahrrädern. Obenauf sitzt die Kappe: Sie hält Schmutz aus dem Kern und ist ein zweiter Dichtring. Eine fehlende Kappe sieht harmlos aus, kostet aber irgendwann einen undichten Kern. Kunststoffkappen sind besser als Aluminiumkappen, die auf Leichtmetallventilen festkorrodieren können.
Das Ventil beim Reifenwechsel
Gummi wird mit den Jahren spröde und reißt am Fuß. Deshalb tauscht Tobias Gummiventile bei jedem Reifenwechsel, die paar Euro pro Stück sind die billigste Versicherung gegen einen schleichenden Plattfuß. Metallventile bekommen neue Dichtungen. Beim Reifendruck fällt ein undichtes Ventil oft zuerst auf, weil ein Rad schneller Luft verliert als die anderen.
Wenn das Ventil Luft verliert
Bevor du auf Nagel oder Felge tippst, prüf das Ventil: Seifenwasser, ein Blick auf die Kappe, notfalls ein neuer Kern für wenig Geld. Hilft das nicht, geht die Suche bei Reifen verliert Luft weiter. Bei Reifen, die über Nacht Druck verlieren, liegt es erstaunlich oft am Ventil. Wohnmobile und Zwillingsräder bekommen oft Ventilverlängerungen, damit du den inneren Reifen prüfen kannst. Alle Begriffe rund ums Rad stehen im Reifen-Lexikon.