Laufrichtungdas Reifenmagazin

Rollwiderstand

Der Rollwiderstand ist die Kraft, die ein rollender Reifen der Fahrt entgegensetzt, weil er sich ständig verformt. Er kostet Kraftstoff oder Strom und steht als Klasse A bis E auf dem EU-Label.

Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.

Rollwiderstand: Energie, die im Gummi bleibt

Beim Abrollen wird die Lauffläche an der Aufstandsfläche eingedrückt und federt zurück. Ein Teil der Energie bleibt dabei als Wärme im Gummi hängen und fehlt dem Antrieb. Diese Wärme spürst du, wenn du nach einer langen Autobahnfahrt die Hand an die Lauffläche legst. Gemessen wird der Rollwiderstandskoeffizient (RRC) in N/kN, als Laborwert am neuen Reifen. Im Reifen-Lexikon steht der Begriff direkt neben dem EU-Reifenlabel, das ihn seit dem 1. Mai 2021 in die Klassen A bis E sortiert.

Die Klassen nach Verordnung (EU) 2020/740

Klasse RRC in N/kN (Pkw-Reifen)
A bis 6,5
B 6,6 bis 7,7
C 7,8 bis 9,0
D 9,1 bis 10,5
E ab 10,6

Ein Verbrenner zahlt den Unterschied an der Tankstelle, ein E-Auto in Kilometern Reichweite, mehr dazu bei Elektroauto Reifen.

Rollwiderstand gegen Nässegriff

Klasse A allein macht noch keinen guten Reifen. Entwickler müssen zwischen Rollwiderstand und Nässegriff abwägen, und ein Modell kann bei dem einen glänzen und beim anderen enttäuschen. Ich würde beim Kauf beide Zeilen des Labels nebeneinander lesen, Rollwiderstand und Nasshaftung, und erst danach auf den Preis schauen. Auf dem Aufkleber steht das Piktogramm mit der Zapfsäule für den Rollwiderstand, daneben zeigt das Label Nässegriff und Außengeräusch, bei Winterreifen mit Alpine-Symbol zusätzlich den Schneegriff. Der QR-Code führt zur EPREL-Datenbank der EU, wo das Datenblatt des Modells liegt. Wer Reifen für viele Kilometer sucht, legt zwei Datenblätter nebeneinander und rechnet über die ganze Lebensdauer. Wer 12 000 Kilometer im Jahr im Kleinwagen fährt, schaut eher auf den Preis als auf die Klasse.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • Verordnung (EU) 2020/740 (Reifenlabel), Anhang I