Negativprofil
Das Negativprofil ist der Anteil der Rillen und Einschnitte an der Lauffläche eines Reifens. Je höher er ist, desto mehr Wasser und Schnee passen ins Profil, desto weniger Gummi liegt auf der Straße.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
Negativprofil und Positivprofil
Auf der Lauffläche gibt es zwei Dinge: Gummi, das die Straße berührt, und Leerraum dazwischen. Die Blöcke bilden das Positivprofil, die Rillen und Einschnitte das Negativprofil. Der Anteil des Leerraums an der gesamten Fläche heißt Negativanteil. Ein Sommerreifen hat davon wenig, damit viel Gummi auf der Straße liegt und er trocken stabil steht. Ein Winterreifen hat mehr, damit Schnee und Matsch Platz finden, ein Geländereifen noch mehr. Wer im Winter oft auf Schnee fährt, will mehr Leerraum, wer überwiegend Autobahn fährt, weniger. Bei SUV mit All-Terrain-Reifen siehst du es sofort: grobe Blöcke, breite Gassen. Mehr dazu bei SUV Reifen.
Wie viel Negativprofil bleibt, wenn das Profil abnimmt
Neue Reifen haben rund 8 Millimeter Rillentiefe. Bei den gesetzlichen 1,6 Millimetern sind vier Fünftel davon weg, genau 80 Prozent. Der Anteil auf der Fläche bleibt ähnlich, aber das Volumen für Wasser und Schnee schrumpft drastisch. Darum kommt der Reifen mit 3 Millimetern im Sommer und 4 im Winter schon an die Grenze. Wie du das misst, erklärt die Profiltiefe.
Tobias Rehm sägt zur Anschauung gern einen alten Reifen auf und zeigt Kunden den Querschnitt. Neben der Rille vom Neureifen steht die vom abgefahrenen: gerade noch ein Spalt, in den kein Daumen passt. Danach, sagt er, kauft kaum jemand mehr nach Preis.
Ergänzend schneiden Hersteller feine Einschnitte in die Blöcke, die Lamellen. Sie liefern auf Schnee zusätzliche Kanten. Beide Begriffe stehen im Reifen-Lexikon nebeneinander.
Gerade bei Offroad-Rädern gilt: Mehr Negativprofil ist nicht automatisch mehr Grip. Auf Asphalt verlieren solche Reifen gegenüber Straßenprofilen Kontaktfläche und Lärmkomfort.