Runflat
Runflat-Reifen sind Notlaufreifen mit verstärkter Flanke. Sie tragen das Auto auch ohne Luftdruck weiter, sodass du nach einer Panne mit reduziertem Tempo bis zur Werkstatt kommst.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
Runflat nach einer Panne
Ein Leser aus Halle fuhr nach eigener Aussage rund 40 Kilometer auf einem platten Runflat, bevor ihn die Warnleuchte auf den Plattfuß hinwies. Auf Reifen dieser Bauart fühlt sich ein Plattfuß kaum anders an als normales Fahren, das ist ihr Vorteil und ihre Falle. Nach UN-Regelung Nr. 30 muss ein Notlaufreifen bei 80 km/h mindestens 80 km ohne Druck durchhalten. Das ist ein Mindestwert, die Angaben des Herstellers gehen vor. Was nach einer Panne sonst zu tun ist, steht unter Reifenpanne.
Was in der Flanke steckt
Zusätzliche Gummieinlagen machen die Flanke so steif, dass sie das Fahrzeuggewicht ohne Luft trägt. Der Preis dafür sind Gewicht und ein härteres Abrollen, teurer ist der Reifen obendrein. Das Kürzel auf der Flanke verrät die Bauart: RFT bei Bridgestone, ZP bei Michelin, ROF bei Goodyear. Wer kein Reserverad hat, entscheidet sich zwischen Pannenset, Notrad und Runflat. Ich würde Runflat nur auf Autos fahren, die sie ab Werk hatten: Dort ist das Fahrwerk auf die steife Flanke abgestimmt. Ein Schaden in der Flanke bleibt auch hier nicht reparierbar.
Runflat und Reifendruckkontrolle
Weil du den Druckverlust nicht spürst, setzt Runflat ein funktionierendes RDKS voraus. Leuchtet die Warnlampe, fährst du langsam weiter und suchst die nächste Werkstatt, ohne die 80 km/h zu überschreiten. Wer von Runflat auf normale Reifen umsteigt, besorgt vorher ein Pannenset oder ein Reserverad: Ein Auto ohne Notlaufreifen und ohne Ersatz steht bei der ersten Panne am Straßenrand. Das RDKS bleibt in jedem Fall aktiv und muss die neuen Reifen anlernen.
Weitere Begriffe rund um die Panne ordnet das Reifen-Lexikon.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- UN-Regelung Nr. 30 (Notlaufeigenschaften)