Laufrichtungdas Reifenmagazin

Sturz

Der Sturz beschreibt, wie stark ein Rad von vorn gesehen von der Senkrechten abweicht. Neigt sich die Oberseite nach innen, ist der Sturz negativ, neigt sie sich nach außen, ist er positiv.

Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.

Sturz: die Neigung des Rades

Im Reifen-Lexikon steht der Sturz neben der Spur, in der Praxis hängen beide zusammen. Von vorn gesehen steht kein Rad exakt senkrecht. Bei Serienautos liegt der Sturz meist deutlich unter zwei Grad, die genauen Sollwerte nennt der Hersteller im Datenblatt. Ein leicht negativer Sturz stützt den Reifen in Kurven. Kippt das Rad zu weit nach innen, trägt die Innenkante mehr Last und nutzt sich schneller ab. Bei positivem Sturz oder falscher Spur trifft es eher die Außenkante.

Sturz und Tieferlegung

Wer ein Auto tiefer legt, verändert den Sturz, die Räder kippen nach innen. Mit Gutachten gehört das Fahrwerk in die Papiere, ohne kann die Betriebserlaubnis erlöschen (§ 19 StVZO), mehr dazu bei Reifen bei der Hauptuntersuchung. Ich halte nichts davon, Sturz als Show zu fahren. Wer extrem negativ unterwegs ist, schleift die Innenschulter schnell weg, während die Mitte kaum etwas tut. Ein tiefergelegter Kombi kam mit Reifen zu uns, die innen bis auf 2 mm abgefahren waren, außen standen noch 6 mm. Die Tieferlegung hatte den Sturz hinten so weit verändert, dass erst Sturzkorrekturschrauben den Wert zurück in den Toleranzbereich brachten.

Sturz messen lassen

Die Werkstatt misst Sturz, Spureinstellung und Nachlauf auf dem Messstand, meist für 60 bis 150 Euro. Dazu spannt der Monteur Messköpfe an die Räder und rollt das Auto auf die Messplatte. Anlass ist ein Reifen, der an einer Kante flacher ist als am Rest. Zeigt die Lauffläche zusätzlich ein Sägezahnmuster, steht dazu mehr unter Sägezahnbildung. Bei neuen Reifen lohnt die Vermessung, damit die Einstellung nicht gleich wieder an der Lauffläche nagt.