Laufrichtungsgebunden
Laufrichtungsgebunden heißt, dass das Profil eines Reifens nur in eine Drehrichtung arbeitet. Ein Pfeil und das Wort ROTATION auf der Flanke zeigen, wie der Reifen montiert sein muss.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
Laufrichtungsgebunden: Der Pfeil auf der Flanke
Unser Magazin trägt den Begriff im Namen, im Reifen-Lexikon ist er trotzdem nur ein Eintrag unter vielen. Laufrichtungsgebundene Reifen erkennst du an einem Pfeil auf der Flanke, daneben steht ROTATION. Die Rillen im Profil bilden ein V, dessen Spitze beim Vorwärtsrollen zuerst auf die Straße trifft. So wird Wasser aus der Aufstandsfläche nach hinten und zur Seite gedrückt. Das Prinzip gilt an jedem Rad: Der Pfeil zeigt in Fahrtrichtung vorwärts, links wie rechts, vorn wie hinten.
Dreht sich der Reifen verkehrt herum, schaufelt das Profil das Wasser nicht mehr weg, sondern staut es. Der Wagen schwimmt früher auf, das Rollgeräusch steigt, der Verschleiß wird ungleich. Mit Aquaplaning ist nicht zu spaßen, deshalb gehört der Pfeil in Fahrtrichtung nach vorn.
Reifen tauschen, ohne die Laufrichtung zu verlieren
Beim saisonalen Radwechsel ist das Tauschen der Räder verlockend, um den Verschleiß auszugleichen, und links gegen rechts sieht ja gleich aus. Es geht aber nicht frei:
- von vorn nach hinten auf derselben Fahrzeugseite: erlaubt
- von links nach rechts oder über Kreuz: nur mit Ummontage auf der Felge
Tobias Rehm sieht bei Gebrauchtsätzen vom Marktplatz regelmäßig mindestens einen falsch montierten Reifen. Die Pfeile zeigen dort rückwärts, weil der Vorbesitzer die Räder einfach links gegen rechts getauscht hat.
„Der Pfeil gehört nach vorn. Alles andere ist ein Kompromiss, den du bei Regen zahlst.“
Tobias Rehm, Kfz-Techniker
Das Gegenstück ist der Reifen, bei dem nicht die Richtung zählt, sondern die Seite: das asymmetrische Profil. Beide Konstruktionen lassen sich kombinieren. Wie die Rillen im Ganzen arbeiten, beschreibt das Negativprofil.