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Sägezahnbildung

Sägezahnbildung nennt man ein ungleichmäßiges Abfahren der Profilblöcke, bei dem jede Kante auf einer Seite abgerundet und auf der anderen scharf bleibt. Das Profil fühlt sich dann wie eine Säge an.

Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.

Sägezahnbildung fühlen statt sehen

Streich mit der flachen Hand über die Lauffläche, erst in Fahrtrichtung, dann dagegen. In der einen Richtung gleitet die Hand, in der anderen kratzt es: Die Profilblöcke sind auf einer Seite abgerundet, auf der anderen scharf. Sehen kannst du den Sägezahn oft erst im Streiflicht, hören sofort, als Brummen, das mit dem Tempo lauter wird. Oft trifft es die nicht angetriebene Achse. Wer Reifen regelmäßig befühlt, findet das Muster früh.

Woher die Sägezähne kommen

Die Ursachen stehen einzeln im Reifen-Lexikon, allen voran die falsche Spureinstellung und ein ungünstiger Sturz. Dazu kommen müde Stoßdämpfer und ausgeschlagene Lager. Kleine Querbewegungen und Längskräfte walken die Blöcke ungleichmäßig, über tausende Kilometer und nicht über Nacht. Deshalb fällt es spät auf. Ein Kombi mit Frontantrieb kam zu Tobias Rehm, weil die Hinterreifen nach gut 25 000 Kilometern brummten. Vorn war das Profil gleichmäßig, hinten stand der Sägezahn. Die Vermessung ergab zu viel Nachspur an der Hinterachse. Nach der Korrektur und neuen Reifen war das Brummen weg.

Was du tun kannst

Zuerst die Achsvermessung, sie kostet meist 60 bis 150 Euro. Danach lässt du Stoßdämpfer und Spurstangenköpfe prüfen. Eine Hebebühne und eine Taschenlampe helfen, weil du das Profil dann in Ruhe drehen kannst. Ein ausgeprägter Sägezahn bleibt im Gummi, auch wenn die Ursache behoben ist, und wer das Brummen nicht erträgt, wechselt den Reifen. „Ich würde nie nur die Reifen tauschen, ohne vorher zu messen“, sagt Tobias Rehm. „Sonst hat der neue Satz bald denselben Sägezahn.“ Flattert zusätzlich das Lenkrad, geht es weiter bei Reifen vibrieren.