TWI
TWI steht für Tread Wear Indicator. Das Kürzel auf der Schulter des Reifens zeigt, wo in der Profilrille ein Verschleißanzeiger sitzt, der die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm markiert.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
TWI auf der Flanke
Im Reifen-Lexikon steht TWI unter den Kürzeln, die du nur auf der Schulter findest. Dort sitzt TWI selbst, ein Dreieck oder bei Michelin das Männchen. Das Kürzel meint Tread Wear Indicator und verrät nur eines: An genau dieser Stelle liegt in der Rille ein Verschleißanzeiger. Mehrere solcher Markierungen sitzen rund um den Reifen, der Monteur sucht sie wie Wegweiser. Nach UN-Regelung Nr. 30 müssen die Anzeiger gleichmäßig über den Umfang verteilt sein. Er dreht den Reifen langsam und sucht die Markierung, bevor er den Profiltiefenmesser ansetzt.
TWI im Profil finden
Fahr mit dem Daumennagel in die Rille an der Markierung. Du fühlst einen kleinen Steg, der quer zur Rille steht. Er ist 1,6 mm hoch. Bei einem neuen Reifen liegt er tief im Rillengrund, bei 8 mm Profil ragt er nur 1,6 mm heraus. Schließt das Profil bündig mit ihm ab, bist du an der gesetzlichen Grenze nach § 36 StVZO. Das ist die Untergrenze und kein Ziel: Der ADAC rät, Sommerreifen schon bei 3 mm zu wechseln. Bei manchen Winterreifen sitzt in den Rillen zusätzlich eine Schneeflocke, die bei 4 mm verschwindet.
Was ein TWI nicht kann
Es zeigt dir erst, wenn es fast zu spät ist, dass der Reifen aufgebraucht ist. Wie viel Profil noch da ist, misst der Profiltiefenmesser, mehr dazu bei Profiltiefe. Wer darunter fährt, zahlt Bußgeld, die Beträge stehen unter Bußgelder rund um Reifen. Ich würde bei jedem Radwechsel einmal zum Messer greifen, statt auf den Steg zu warten. Auch bei neuen Reifen lohnt der Blick auf die Markierungen, damit du später weißt, wo sie sitzen.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- UN-Regelung Nr. 30 (Verschleißanzeiger)