Nasshaftung
Nasshaftung bezeichnet den Grip eines Reifens auf nasser Fahrbahn. Auf dem EU-Reifenlabel wird sie in den Klassen A bis E angegeben, A steht für den kürzesten Bremsweg.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
So wird Nasshaftung gemessen
Auf der Teststrecke wird ein neuer Reifen auf nassem Asphalt gebremst und das Ergebnis mit dem eines Referenzreifens verglichen. Daraus entsteht die Nasshaftungskennziffer, und aus ihr die Klasse auf dem EU-Reifenlabel. Seit dem 1. Mai 2021 reicht die Skala von A bis E, früher bis G. A ist der kürzeste Bremsweg, E der längste. Wie nass ein Reifen greift, hängt stark von der Mischung ab: Silica und weiche Anteile verbessern den Griff auf nassem Asphalt.
Wie die Nasshaftung mit dem Profil abnimmt
Die Klasse auf dem Label gilt für den Neureifen. Mit jedem Millimeter Verschleiß verdrängt der Reifen das Wasser schlechter. Der ADAC nennt für Sommerreifen unter 3,5 Millimetern den kritischen Bereich. Bei etwa 3 Millimetern und weniger kann schon auf feuchter Straße ein Wasserfilm entstehen, besonders beim Bremsen mit 100 km/h. Wie das aussieht, beschreibt der Begriff Aquaplaning.
Tobias Rehm legt Kunden gern zwei Reifen nebeneinander: einen neuen mit Klasse C und einen runtergefahrenen Reifen, der einmal Klasse A hatte. Das Label des alten Reifens ist noch lesbar, der Bremsweg auf nasser Straße trotzdem länger. Kaum ein Kunde bleibt danach beim Gedanken, er könne Sommerreifen bis 1,6 Millimeter fahren.
Ich würde bei der Nässe nicht sparen. Trockene Straßen verzeihen viel, nasse nichts. Wie du Testergebnisse einordnest, steht bei Reifentests 2026 richtig lesen. Die Nässeklasse ist beim Kauf mein erstes Filterkriterium. Verwandte Begriffe stehen im Reifen-Lexikon.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Verordnung (EU) 2020/740 (Reifenlabel)