Laufrichtungdas Reifenmagazin

Radialreifen

Radialreifen sind Reifen, deren Karkassenfäden im Winkel von etwa 90 Grad zur Fahrtrichtung verlaufen und von einem Stahlgürtel unter der Lauffläche gehalten werden. Bei Pkw ist das heute die Regel.

Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.

Tobias Rehm hat einen Kunden mit Käfer, der für den Sommertreff jedes Jahr Diagonalreifen aufziehen lässt. Auf einer Achse mischt er sie nie mit Radialreifen, und daran halten wir uns bei jedem Auto: eine Achse, eine Bauart. Der Unterschied steckt im Innenleben.

Aufbau eines Radialreifens

Die Fäden der Karkasse laufen wie Speichen vom einen Wulst zum anderen, im Winkel von etwa 90 Grad zur Fahrtrichtung. Darüber liegt direkt unter der Lauffläche ein Gürtel aus Stahlkord. Er hält den Umfang stabil, auch wenn die Fliehkraft bei Tempo 200 am Reifen zerrt. Beim Abrollen walkt vor allem die Flanke, die Lauffläche bleibt dank des Gürtels flach auf der Straße. Michelin brachte die Bauart in den 1940er-Jahren auf den Markt. Wer heute Reifen für einen Pkw kauft, bekommt praktisch immer Radialreifen.

Radialreifen erkennen und einordnen

Auf der Flanke steht hinter Breite und Querschnitt ein R, beim Diagonalreifen meist ein Bindestrich wie in 165-15. Dort kreuzen sich die Lagen schräg, die Flanke ist steifer, und die Lauffläche walkt stärker. Der Radialreifen läuft kühler und hält länger, hat dafür aber eine weiche Flanke. Ein Parkrempler am Bordstein hinterlässt dort Schäden, die du von außen kaum erkennst; wie sie aussehen, zeigt Reifenschaden erkennen.

Preislich ist die Bauart kein Thema mehr, denn alles im Regal ist radial gebaut. Ein 195/65 R15 kostet 2026 je Reifen 48 bis 65 Euro im Budget-Segment und 85 bis 115 Euro als Premium. Alle Kürzel der Größe zerlegt das Reifen-Lexikon Stück für Stück. Wer einmal mit einem Oldtimer auf Diagonalreifen in einen Kreisverkehr eingebogen ist, spürt den Unterschied sofort.

Quellen und Rechtsgrundlagen

  • UN-Regelung Nr. 30 (Luftreifen für Pkw)