Reifengas
Reifengas ist ein anderer Ausdruck für Stickstoff, mit dem manche Werkstätten Reifen gegen Aufpreis füllen. Für normale Pkw bringt das nach Einschätzung des ADAC kaum Vorteile.
Von Lena Brandt, fachlich geprüft von Tobias Rehm. Stand Oktober 2026.
Reifengas ist Stickstoff
Gemeint ist reiner Stickstoff, chemisch N2. Das Reifen-Lexikon führt ihn unter dem Werbewort Reifengas. Manche Werkstätten füllen ihn gegen Aufpreis ein, je nach Betrieb sind das wenige Euro pro Rad. Die Werbung verspricht weniger Druckverlust, längere Haltbarkeit und geringeren Verbrauch. Dabei besteht die Luft, die du ohnehin tankst, zu rund 78 Prozent aus Stickstoff. Du tauschst also nur den Rest aus. Grüne Ventilkappen markieren üblicherweise eine Stickstofffüllung. Bei einem Gebrauchtwagen, den wir abholten, saßen solche Kappen, und der Druck lag trotzdem bei 1,7 statt 2,3 bar, weil seit der Füllung niemand mehr nachgemessen hatte. Die Kappe verrät dir nur, was einmal drin war.
Was ADAC und Continental sagen
Der ADAC kommt zu einem nüchternen Urteil: Für Reifen normaler Pkw bringt Stickstoff kaum etwas. Der Brandschutz, mit dem Rennsport und Luftfahrt argumentieren, greift bei Straßentemperaturen nicht, und durch ein Loch entweicht jedes Gas gleich schnell. Continental erkennt weder beim Rollwiderstand noch bei Verbrauch und Alterung einen klaren Vorteil. Mein Urteil: Wer Stickstoff bekommt, weil die Werkstatt ihn ohnehin im Haus hat, verschenkt nichts. Wer dafür extra fährt, verschwendet Zeit. Wer nur zweimal im Jahr Luft nachfüllt, merkt den Unterschied nicht, und wer jede Woche misst, braucht ihn nicht.
Reifengas und normale Luft mischen
Das schadet nicht. Fehlt unterwegs Druck, füllst du an der nächsten Tankstelle ganz normal Luft nach. Mehr Gewicht als die Füllung hat der Reifendruck selbst: Ein Reifen, der alle zwei Wochen 0,2 bar verliert, hat ein Problem am Ventil, an der Felge oder im Gummi. Wo du suchst, zeigt Reifen verliert Luft. Tobias Rehm sagt es trocken: „Stickstoff stopft kein Loch.“
Quellen und Rechtsgrundlagen
- ADAC-Ratgeber zu Stickstoff im Reifen